Amerikanische Faulbrut

Allgemeines
Bei dem Erreger der amerkikanischen Faulbrut (Paenibacillus larvae) handelt es sich um eine bakterielle Brutkrankheit der Honigbiene. Aufgrund des massiven und seuchenhaften Vermehrungspotentials dieses Erregers, ist der Ausbruch in Österreich als auch vielen anderen Ländern meldepflichtig.

Infektionswege
Mehrere Faktoren spielen bei der Verbreitung eine Rolle. 1) Ammenbienen verbreiten durch ihre Tätigkeit den Erreger im Stock. 2) Mit Paenibacillus larvae infizierte adulte Honigbienen verbreiten den Erreger durch natürlichen Verflug. 3) Honigbienen gesunder Bienenvölker infizieren sich mit dem Erreger beim Ausrauben geschwächter oder kollabierender Bienenvölker. 4) Der Imker selbst kann aufgrund seiner Tätigkeit zur Verbreitung des Erregers beitragen!

Faulbrutuntersuchung
Grundsätzlich zu Unterscheiden ist hier zwischen der allgemeinen Vorsorgeuntersuchung (Ableger- und Völkerverkauf) und der Probeneinsendung bei einem konkreten Verdachtsfall. Die Vorgehensweise der Probeneinsendung zwischen den beiden Varianten unterscheidet sich wesentlich!

Probeneinsendung bei allgemeiner Vorsorgeuntersuchung
Zuständig hierfür ist das Untersuchungslabor des österreichischen Imkereizentrums. Antragsformular als auch Anleitung zur Entnahme der Futterkranzprobe können dem angegebenen Link entnommen werden. KEINE Einsendung von konkreten Verdachtsfällen!

Vorgehensweise bei konkretem Verdachtsfall auf AFB-Infektion
Solltest du als Imker einen konkreten Verdachtsfall haben, kontaktiere bitte die zuständige Bezirksverwaltungsbehörde (BH Perg) bzw. den zuständigen Amtstierarzt. Dieser bedient sich in der Regel eines Sachverständigen, welcher den Verdachtsfall überprüft. Es folgen Probenentnahme als auch Einsendung an die zuständige amtliche Untersuchungsstelle. In Österreich ist dies die Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) in Wien. Sollte sich im Zuge dieser Untersuchung der Verdacht erhärten, werden Sanierungsmaßnahmen durch den Amtstierarzt gesetzt. In weiterer Folge, kommt es durch Erlass (Verordnung) zu einer 3 km-Sperrzone um den betroffenen Bienenstand. Eine Verbringung von Bienenvölkern aus dieser Zone ist strengstens untersagt, die Einfuhr in diese Zone mittels Bewilligung der zuständigen BH unter Umständen möglich.

Brutbild und Symptomatik bei AFB-Infektion
Vom Erreger betroffen sind vor allem ältere Brutstadien. Durch das Absterben der Larven, kommt es zu einem löchrigen Brutbild mit eingefallenen Zelldeckeln. Die sich zersetzenden Larven bilden eine fadenziehende bräunliche Masse (Zahnstocher-Test).

AFB-Nachweis im Labor
Im Labor erfolgt ein mehrstufiges Nachweisverfahren. Proben werden auf Petrischalen mit Columbia-Blut-Agar ausgestrichen. Sich bildende verdächtige Kolinien werden mittels Katalase-Test untersucht. Der AFB-Erreger ist ein Katalase-negatives Bakterium. Bilden sich bei diesem Test keine Bläschen verhärtet sich der Verdacht auf AFB-Befall.
In einem weiteren Schritt werden verdächtige Kolonien in Schrägagar-Röhrchen übertragen um so die Induktion des Dauerstadiums (Sporenbildung) zu induzieren. Es kommt zur Bildung sogenannter Geißelzöpfe, welche sich durch Aneinanderlagerung abgeworfener Geißeln bilden. Diese lassen sich sehr schön unter dem Mikroskop nachweisen. Allerdings ist auch dieser Test nicht eindeutig, da es eine Vielzahl Geißelzopf-bildender Bakterien gibt.
Einzig sicherer Nachweis ist die molekularbiologische Analyse mittels Polymerase-Kettenreaktion (PCR). Hierbei werden selektiv bestimmte DNA-Abschnitte des Erregers amplifiziert, um so in weiterer Folge einen eindeutigen Nachweis zu ermöglichen.

Links
AGES – Amerikanische Faulbrut Info
ÖIZ – Faulbrutdiagnostik
Bienenseuchengesetz
Amtstierärzte Oberösterreich